Luc Soler, Forschungsdirektor des IRCAD & CEO von Visible Patient

Luc Soler ist leidenschaftlich an Informatik und Chirurgie interessiert und hat diese beiden Bereiche kombiniert. Heute ersinnt und schafft er digitale Werkzeuge die für Ärzte nützlich sind, damit sie Leben retten können – wie Visible Patient, das einen Patienten in 3D rekonstruiert, um seine Anatomie zu visualisieren: „der Sinn [seiner] Arbeit“.

Im Hinblick auf Ihren Beruf: Inwiefern ist Straßburg „The place to be“?
Straßburg ist eine der bedeutendsten Städte der Welt für die Entwicklung der bildgesteuerten und minimal-invasiven Chirurgie, insbesondere der computergestützten Chirurgie. Straßburg ist genau der richtige Ort, wenn Sie diese Art von Technologien entwickeln wollen.

Welche Werte, die Straßburg verkörpert, passen am besten zu Ihrer Persönlichkeit?
Humanismus. Straßburg ist voll von Humanisten. Wir können es sehen, allein schon aufgrund der hier ansässigen europäischen Institutionen. Für mich ist es ein Wert, den ich täglich zu verteidigen, zu erhalten und zu unterstützen versuche.

Ein Höhepunkt Ihres Lebens in Straßburg?
Die Geburt meiner Kinder, natürlich.

Wenn Sie Besucher empfangen, welches Bild haben diese a priori von Straßburg und was denken sie, nachdem sie die Stadt entdeckt haben?
A priori sehen sie eine kleine Provinzstadt. Einige, die Europa ein wenig besser kennen, werden es als einen bedeutenden politischen Ort betrachten. Sobald sie in Straßburg waren, verlassen sie die Stadt mit einem ganz anderen Bild: ein Bild von einer Stadt, die sowohl historisch als auch innovativ ist.

Wie stellen Sie sich Straßburg in zehn Jahren vor?
Wir können die Vitalität einer Stadt anhand ihrer Bauten sehen, und wir können wirklich sagen, dass Straßburg stark gewachsen ist! Das wird so weitergehen. Ich stelle mir eine grüne Stadt vor, mit einer Ausgewogenheit zwischen Stadt und Natur. Ich sehe eine wirtschaftlich noch dynamischere Stadt und, um von uns zu sprechen, eine starke Entwicklung rund um die Hôpitaux civils de Strasbourg, die zu einem Knotenpunkt rund um Gesundheit werden, an dem sich Ärzte, Unternehmen, universitäre und private Forschungsteams treffen werden.

Optimismus ist…
… zu glauben, dass das Beste immer passieren kann, und dafür Sorge zu tragen, dass es geschieht.

Inwiefern verkörpert Straßburg den Optimismus?
Sie enthält alle Elemente einer Großstadt im Taschenformat. Menschen begegnen sich sehr leicht und arbeiten auch bei sehr unterschiedlichen Hintergründen zusammen, um Innovationen zu schaffen.

Was macht Sie optimistisch?
Von Menschen umgeben zu sein, die schöne Dinge tun, die für die Gesellschaft wichtig sind und sein werden; ich spreche von der Gesellschaft mit einem großen G, das heißt für jeden. Ich arbeite im medizinischen Bereich, das bedeutet, Menschen zu behandeln, Leben zu retten, und hier sind wir sehr optimistisch für die Zukunft der Gesundheit!

Straßburg zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Tretroller, mit der Straßenbahn oder mit dem Bus?
Was mich anbelangt, eher mit dem Elektroauto, denn ich wohne am Stadtrand. Aber Straßburg ist vor allem seine Straßenbahn – die Tram-, die für die Stadt symbolisch ist.

Ihre Lieblingsplätze?
Ins Stadtzentrum gehen, zum Hôpital civil de Strasbourg, wo sich das IRCAD und Visible Patient befinden. Und dann gibt es noch das historische Zentrum, in das ich oft mit meiner Familie gehe.

Der beste Ort, um Ihre Batterien aufzuladen?
Der beste Ort, um Kraft zu tanken, ist zunächst zu Hause, und wir leben in einer Stadt, in der man zum Mittagessen nach Hause gehen kann, alles liegt in unmittelbarer Nähe.

Ein Lied, das zum Durchqueren der Stadt passt?
Grace Kelly von Mika.

Ein idealer Sonntagmorgen in Straßburg?
Mein Brot in der Innenstadt kaufen gehen und Feingebäck in der Konditorei Aux Mille et Une Saveurs, das ich im Anschluss voll und ganz genieße.